KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Politischer Bankrott

Von Manfred Bauer (14.1.2010)

Die Zahl der privaten Konkurse explodiert. Als Gründe für die massive Finanzmisere privater Haushalte werden Arbeitslosigkeit und das Scheitern von Selbstständigen angegeben.

Im Jahr 2009 wurde für knapp 10.000 Personen ein Privatkonkursver­fahren eröffnet. Im Vergleich zu 2008 bedeutet das einen neuerlichen Zuwachs um etwa acht Prozent. Hinzu kommen ebenfalls stark steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen (+14,4 Prozent eröffnete Insolvenzen) und ein Anstieg bei den davon betroffenen Arbeitsplätzen (+34 Prozent). Nicht im Zahlenmaterial inkludiert sind die vielen abgewiesenen Privat- und Firmenkonkurse mangels Masse. Allein in Niederösterreich wuchs die Zahl der Privatkonkurse um mehr als zwölf Prozent, außergerichtliche Vergleichsversuche stiegen von 274 auf 449 (+ 78 Prozent); die Durchschnittsver­schuldung beträgt knapp 80.000 Euro.

In diesen wenigen statistischen Kenndaten manifestiert sich die Bankrotterklärung einer Jahrzehnte langen Politik sozialer wie ökonomischer Ausgrenzung bei gleichzeitig massiver Benachteiligung weiter Kreise der Bevölkerung zum Frommen der Begüterten. Bemerkenswert ist der Umstand, dass viele ehemalige Selbstständige zum Kreis der heutigen Pleitiers zählen. Offenbar schenkten sie den politischen und medialen Heilsverkündern Glauben, die ihnen eine glänzende und einträgliche Karriere als Entrepreneur versprachen, während sich diese Ich-AGs in Wahrheit hochgradig selbst ausbeuteten und statt auf den erhofften Cash-Kurs am Ende auf den Crash-Kurs hinsteuerten.

Als häufigste Gründe für den privaten Bankrott werden neben der ehemaligen selbstständigen Tätigkeit Arbeitslosigkeit sowie Wohnraumbeschaffung genannt.

Während die überforderten Schuldnerberatungen wirksame Gegenmaßnahmen fordern (als da wären etwa eine Arbeitszeitver­kürzung bei vollem Lohnausgleich oder das Bekämpfen prekärer Beschäftigungsver­hältnisse u.v.m.), stellt sich die politische Herrschaft taub und leistet stattdessen smarten Bankern, die mehr als einige Nadelstreife tief im Kriminal stecken, mit Milliardensub­ventionen tatkräftige Entwicklungshilfe. Oder sie inszeniert Nebenschauplätze als politischen Haupt-Act, mit dem Kollateralnutzen, die dumpfen Interessen rechtslastigen Stammtischpersonals zu bedienen.

Politischer Bankrott eben!

Aktuelles:


KPÖ Oberösterreich: Jetzt Unterstützungserklärung unterschreiben!
(14.7.2021)

...mehr


Die Europäische Linke fordert einmal mehr das Ende der Blockade gegen Kuba
(13.7.2021)

...mehr


Die neue Juli Volksstimme 2021 ist da!
(13.7.2021)

...mehr


KPÖ Graz: Unsere Kandidatinnen und Kandidaten für Graz
(10.7.2021)

...mehr


38. Parteitag der KPÖ: In der ältesten Partei Österreichs übernehmen Junge das Ruder
(21.6.2021)

...mehr

Volksstimme - Politik & Kultur - Zwischenrufe links