KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Das Gleichbehandlungspaket von 1992 nicht aufschnüren

Von Heidi Ambrosch (12.11.2011)

Es war ein guter Wurf vor allem hinsichtlich des unterschiedlichen Pensionsantrit­tsalters für Frauen und Männer, das im verfassungsge­setzlichen Rang für Frauen bis zum Jahr 2018 festgeschri­eben wurde und somit zur Veränderung eine zweidrittel Mehrheit im Parlament voraussetzt.

Nun wenden sich die ÖVP-Frauen von diesem gemeinsam ausgehandelten Paket ab und treten für ein rascheres Angleichen des Pensionsantrit­tsalters von Frauen ein. Unterstützung erhalten sie vom Seniorenbund-Obmann Andreas Khol und der Männerpartei. Ihr Argument: Es hätte sich zunehmend zu einer Hürde für Frauen entwickelt, die länger arbeiten wollen.

Ist es so und wenn ja für wie viele in welchen Berufen? Ist es nicht viel mehr so wie die Bundesfrauenvor­sitzende des ÖGB Brigitte Ruprecht am Montag in einer Aussendung festhält: "Die Jobchancen für ältere Frauen sind schlecht und eine höhere Pension erhalten sie dadurch auch nicht. Zu einer höheren Frauenpension würde der verlängerte Erwerbszeitraum nur dann führen, wenn tatsächlich gut bezahlte Vollzeitarbeit­splätze zur Verfügung stehen.“

Über 20.000 Frauen über 50 sind zur Zeit arbeitslos, um 6,3 Prozent mehr als im Jahr 2010. Und die unbezahlte Frauenarbeit ist nicht weniger geworden. Working poor ist für immer mehr Frauen Lebensrealität und verlangt nach einer grundlegenden gerechteren Verteilung aller Arbeit und vor allem auch einer gerechteren Verteilung der Einkommen von oben nach unten und auch von Männern zu Frauen.

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