KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

"Alles was frau braucht unter einem Dach!"

Von Martina Höllisch (6.3.2009)

Frauen- und Mädchenzentrum im Stadterweiterun­gsgebiet Flugfeld Aspern

Bei Gesprächen und aus eigener Erfahrung habe ich immer wieder festgestellt, dass frau wenn sie Probleme hat, Beihilfen in Anspruch nehmen will oder auch nur Betreuungsein­richtungen für Angehörige benötigt, sich entweder perfekt im Internet auskennen muss, oder aber eine Vielzahl von „amtskundigen“ Freundinnen zur Seite haben sollte, um sich über in der ganzen Stadt verteilte Beratungseinrichtun­gen zu informieren. Freundinnen mag frau sich nicht immer anvertrauen, wo uns doch ständig eingeredet wird wir hätten zu „funktionieren“ und Probleme seien nur „Betriebsstörun­gen“. Dazu kommt, dass Frauen ohnehin kaum Zeit in sich selbst investieren, je vielfältiger ihre Probleme desto weniger.

So ist die Idee entstanden, eine umfassende Frauenberatun­gseinrichtung zu fordern, alles unter einem Dach und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Verbunden mit der Idee ein solches im neuen Stadtteil „Flughafen Aspern“ anzusiedeln. (Frau glaubt es nicht – dieser Stadtteil wird nach Anbindung an die neue U2 auch aus dem Stadtzentrum in 20 Minuten(!) erreichbar sein), an die sich frau bei unterschiedlichsten Problemen wenden kann. Ein Ort an dem unbürokratisch, frei von Termindruck und Zuweisungen Hilfe angeboten wird. Alter, unterschiedliche soziale oder ethische Herkunft, dürfen keine Barrieren darstellen um das Zentrum aufzusuchen. Neben den baulichen Voraussetzungen, die es auch älteren und/oder behinderten Frauen möglich machen müssen, die Dienste einer solchen Einrichtung in Anspruch zu nehmen braucht es auch eine qualifizierte, kostenlose Kinderbetreuung und Dolmetscherinnen z.B. auch in Gebärdensprache.

Oft führt ja auch ein Problem zum Nächsten, sodass frau nicht mehr weiß was sie zuerst anpacken soll, dabei könnte eine ungezwungene Gesprächsmöglic­hkeit mit Expertinnen und/oder anderen Frauen in ähnlicher Situation dabei helfen Lösungsmöglichke­iten zu suchen, Lösungskonzepte zu erstellen und wenn gewünscht weitere Hilfe zu organisieren.

Für Frauen und Mädchen die ihr Leben lieber selber in die Hand nehmen wollen, selbst recherchieren und sich informieren wollen braucht es PC- und Internetarbeit­splätze aber auch Raum, um in Ruhe arbeiten zu können.

Was auf jeden Fall vorhanden sein muss und auch in ersten Gesprächen immer wieder erwähnt wurde sind Beratungseinrichtun­gen für folgende Probleme.

  • Allgemeine Sozialberatung als erste Anlaufstelle einerseits in schwierigen Situationen, aber auch als Unterstützung bei Behördenwegen oder dem Schriftverkehr mit Ämtern o.ä.
  • Kostenlose Erstberatung in Rechtsfragen wie Familien- und Scheidungsrecht, Unterhaltsfragen, Mietrecht, Konsumentenschutz, …
  • Erziehungsberatung
  • Sexualberatung, Frauenärztin
  • Psychosoziale Beratung in Krisen, Konflikt und Gewaltsituationen, aber auch Kurse zur Steigerung des Selbstwertgefühles von Mädchen
  • Hilfe bei Suchtproblemen – vor allem auch bei Essstörungen – Beratung auch für FreundInnen und Angehörige die dieser Situation oft hilflos gegenüber stehen.
  • Hilfe bei Schulproblemen jeder Art, Hilfe bei den Aufgaben – vielleicht eine Nachhilfebörse
  • Vor allem junge Frauen hätten gerne Hilfe und Beratung bei Wohnungs- und Jobsuche.

Was uns allerdings ebnso so wichtig ist, sind auch Räume für kulturelle, soziale oder sportliche Entfaltung von Mädchen und Frauen zu schaffen. Immer wieder angesprochen werden neben einer Bibliothek von über und für Frauen vor allem ein Frauen-Cafe in dem frau sich ohne Konsumationszwang mit Freundinnen treffen und unterhalten kann, oder auch nur eines der Bücher aus der Bibliothek in Ruhe lesen kann oder auch mal eine Tageszeitung. Wichtig erscheinen auch Orte der Begegnung zwischen Generationen oder ethnischen Gruppen. Platz für auch interkulturelle Workshops, Kurse und Veranstaltungen.

Junge Mädchen, von uns darauf angesprochen, was sie von einem solchen Frauenzentrum erwarten würden, möchten Platz für kostenlose sportliche Betätigung. Die öffentlichen Sportplätze sind fast ausnahmslos durch Burschen besetzt, sodass für Mädchen und Frauen nur der Weg in Klubs und Vereine offen ist. Das will aber nicht jede, viele wollen gerne Fußball oder Volleyball spielen, aber nicht im Verein mit männergemachten Regeln und profimäßiger Überdisziplin. Vor allem die 14–18 jährigen wünschen sich neben Fuß- und Volleyballplatz die Möglichkeit Tischtennis und Tischfußball zu spielen. Auch internationale Tanzkurse stehen hoch im Kurs.

Noch sammeln wir jede Menge Ideen, suchen Gespräche mit allen Frauen die sich für ein solch umfassendes Sozial- und Kulturzentrum begeistern können.

Wenn Du Dich für dieses Projekt interessierst, melde Dich bitte bei uns.

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