KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Ich bin ich – wer ist das kollektive Wir?

(2.9.2011)

Die Plattform 20000 Frauen lädt zu einer offenen Gesprächsrunde zu diesem Thema am

Samstag, 3. September 2011, 16.00

beim Frauenpunkt am Volksstimmefest

Teilnehmerinnen: Aktivistinnen der Plattform und alle interessierten Frau­en

Queer-feministische Frauen fordern einen selbstbestimmten Körper und selbstbestimmte Sexualität, die in Frauenberatun­gsstellen und autonomen Frauenhäusern arbeitenden Frauen kämpfen für ein Leben ohne Gewalt, muslimische Frauen möchten, dass sie nicht aufgrund des Tragens ihres Kopftuchs diskriminiert werden, Gewerkschaftsfrauen wollen andere Arbeitsverhältnis­se, lesbische Frauen fordern den Zugang zum Adoptionsrecht und zur Fortpflanzungshil­femedizin, die Frauenministerin möchte eine Ehe light für nicht verheiratete Paare, Sexarbeiterinnen haben Lust auf ihre Rechte, die Quoten-Schoten treten gegen die einseitige Bevorzugung von Männern in allen Bereichen des Lebens ein, die ÖVP-Frauen möchten, dass die Bundeshymne endlich gegendert wird, schwarze Frauen möchten nicht aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden, die feministischen Wissenschafterinnen wollen, dass Genderforschung Eingang in alle Studiengänge findet, das Komitee Selbstbestimmun­gsrecht der Frau will, dass sich Abtreibungsgegner und Väterrechtler nicht mehr in das Leben von Frauen einmischen dürfen, Radikalfeminis­tinnen möchten Frauenräume erhalten und Frauen wehrhaft machen, Asylwerberinnen möchten nicht abgeschoben werden, katholische Frauen wollen ein gutes Leben für alle, linke Frauen fordern Geschlechtergle­ichheit …

Die Liste der vielfältigen Lebensentwürfe und Forderungen von Frauen lässt sich noch lange fortsetzen. Allen ist gemeinsam: sie fordern mehr Selbstbestimmung für Frauen in Zeiten des Neoliberalismus, der den Begriff „Selbstbestimmung“ vereinnahmt und verfremdet hat hin zu „Selbstzuständig­keit“ und „Selfempowerment“. Können wir trotz oder in unserer ganzen Vielfalt und mit unseren unterschiedlichen Interessen dennoch ein kollektives „Wir“ bilden und politisch zur Wirkung bringen?

Mit der Demonstration am 19. März ist eindrucksvoll eine österreichweite Vernetzung verschiedener frauenpolitischer und feministischer Zugänge geglückt.

Wollen und können wir im Jahr 101 der ersten österreichischen Frauengroßdemon­stration unser Bündnis erweitern und unter dem Motto „Selbstbestim­mungsrecht“ riesige Aktionen wie z.B. einen Frauenstreik organisieren?

Dies zu diskutieren laden wir alle interessierten Frauen herzlich ein.

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