KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Neues Insbrucker Museum ein „zachisches Van Staa Projekt“

(12.3.2011)

KPÖ verlangt zumindest Tirols Geschichte mit Wallnöfers NSDAP-Mitgliedsausweis abzurunden

Hoffentlich ist Herwig van Staas ‚Großmannssucht‘ nach Hungerburgbahn und dem neuen Innsbrucker Museum am Berg Isel endgültig befriedigt“, kommentiert für die KPÖ Tirol Josef Stingl, die heutige, vom üblichen Tiroler Pomp (Schützen, Landesfestakt,…) begleitete Eröffnung des neuen Museums am Berg Isel. Die Parallelen beider „zachischen Van Staa Projekte“ seien laut Stingl unübersehbar: Der Widerstand der Bevölkerung wird mit stoischer Sturheit ignoriert, die Baukosten minimalistisch veranschlagt und die tatsächlichen Gesamtinvesti­tionskosten liegen jetzt eklatant über den Planungskosten.

„Die vorher ungefragte Bevölkerung muss in Zukunft für die 80 Millionen Euro Projektkosten (56 Mio. € für Hungerburgbahn, knapp 24 Mio. € fürs „Rund-um-Rundgemälde-Projekt“) geradestehen. ‚Spar‘pakete in Stadt und Land lassen die Gürtel, der nicht so Begüterten – also dem Großteil Bevölkerung – noch enger schnallen“, beleuchtet der KPÖ-Sprecher kritisch die Finanzierung des neuen Museums. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass für den Erhalt des naheliegenden Kulturgasthauses Bierstindl weder Land noch Stadt die fehlenden 400.000 Euro erübrigen konnten – oder: wollten. Kein Wunder für Tirols KommunistInnen, wie man auch an der inhaltlichen Ausgestaltung des neuen Museums ersehen kann: Tirols Geschichte – und offensichtlich auch Tirols Kultur – definiert sich nahtlos über die Privatmeinungen Platters, bzw. von Van Staa & Co.: Hofers Heldenepos, die Iselschlacht, die Militärgeschichte der Kaiserjäger…

…und im Einklang dazu die Zeit nach dem 2. Weltkrieg: Tirol in EUs Europa bis zur Gegenwart mit alten Schiern, einem Snowboard, religiösen Gegenständen und der Piefke-Saga (Natürlich darf auch nicht die Tabakpfeife des großen Landesvaters, Eduard Wallnöfer fehlen..)

Was u.a. allerdings fehlt, ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Geschichte Tirols in der NS-Zeit. Möglichkeiten und Grund dazu dazu gebe es wohl mehr als genug… Eine Thematisierung des traurigen Kapitels: „Euthanasie und Haller Patientenopfer“ oder eine Dokumentation über die „Arisierung jüdischen Eigentums in Innsbruck“ an Hand der Geschichte des „Kaufhauses Tyrol“ usw.)

In Anlehnung an das Rundgemälde wird die heutige Eröffnung des neuen Museums gerne als „Runde Sache“ präsentiert. Damit Tirols Geschichtsdar­stellung tatsächlich „RUND“ empfiehlt die Tiroler KPÖ als ersten Schritt nicht nur Wallnöfer Pfeife, sondern auch Wallnöfers NSDAP-Mitgliedsausweis mit der Nr. 9.566.289 aus dem „Berlin Document Center“ im Berliner Bundesarchiv auszustellen. „Denn Wallis dunkle Geschichte ist ein klassisches Synonym für Tirols schwammigen Umgang mit seiner braunen Vergangenheit. Er hat sich nämlich 1946 um einen offiziellen Entnazifizierun­gsakt zu entgehen nicht – wie vorgeschrieben – als ehemaliges Parteimitglied registrieren lassen“, erklärt der KPÖ-Sprecher abschließend.

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