POSITIONEN & THEMEN
(23.8.2011)
Was sich nach der List von Odysseus anhört ist auch im musikalischen Sinne listig und heimtückisch, und so ganz und gar nicht rund. Hinter dem Bandnamen stecken freilich keine 30 griechischen Krieger, sondern zwei österreichische Musiker – Hubert Weinheimer und Hans Wagner – plus so manch illustre Gäste (u. a. Ernst Molden). „Nenn mich nicht bei jeder Gelegenheit einen Weltverbesserer“, heißt es in „Menschenfresser“ (das nichts mit dem gleichnamigen Lied von Rio Reiser zu tun hat), und so sind die beiden halt: sehr direkt bei gleichzeitiger Umarmung großer, schroffer, Melodien, manchmal mit kammermusikalischer Sanftmut, öfters im lauten Wahnsinn versunken, meistens provokant, nie künstlich. „Der nächste der Kunst sagt, kriegt eine aufs Maul.“ Lieder im Singer-Songwriter-Stil, Pop-Songs, Fahrstuhlmusik und Punk-Attitüden für Menschen, die politische Unkorrektheit vertragen und nicht alles so ernst nehmen, wie es einem vorgesungen wird.
„Nun habe ich lange genug an meinem Geburtsort gelebt, um die Kunst des vernichtenden Lobes im Kanon der beiläufigen Boshaftigkeiten zu deuten. Leute wie Kreisky, Ernst Molden, Das Trojanische Pferd oder Gustav können auf ganz verschiedene Weise sehr gute Lieder darüber singen.“ (Robert Rotifer, FM4)