POSITIONEN & THEMEN

Von Claudia Krieglsteiner (6.8.2013)
Vor genau 100 Jahren haben Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und andere darum gekämpft, dass sich die deutsche Sozialdemokratie nicht in die Kriegspläne der Regierung hineinziehen ließ. Zum Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 zeichnete ihre Partei aber die nationalen Kriegsanleihen und orientierte die ArbeiterInnenschaft auf den Krieg. Wenige Jahre später wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wegen ihrer revolutionären politischen Tätigkeit umgebracht.
Auch gegen den drohenden Faschismus und den Ausbruch des 2. Weltkrieges konnten die linken sozialistischen und kommunistischen Kräfte keinen ausreichenden Widerstand aufbauen.
Und auch heute werden überall auf der Welt Kriege geführt. Mit Ausnahme des Jugoslawienkrieges keiner auf dem Territorium Europas oder US-Amerikas. Dennoch tragen die Kosten zwar hauptsächlich die Opfer in den betroffenen Ländern, aber auch die Bevölkerungen Europas und der USA. In diesen Tagen wird überall von der Finanz- und Weltwirtschaftskrise gesprochen und geschrieben, aber die ungeheuren Beträge für Rüstung und heiße Kriege tragen auch die Bevölkerungen direkt über die Steuern und indirekt durch die Zerstörung der Wohlfahrtsstaaten und des öffentlichen Eigentums.
Wann wohl werden die Menschen ihre Lektion gelernt haben, wenn nicht die Toten auf den Schachtfeldern des 1. Weltkrieges, nicht die Atombombenopfer von Hiroshima und Nagasaki und nicht die Opfer des Holocaust es konnten?
Wann wird Jean Jaures, der französische Sozialist, der ebenfalls vor rund 100 Jahren sagte, dass der Kapitalismus den Krieg in sich trage, wie die Wolke den Regen, gehört werden?