POSITIONEN & THEMEN
Die Elfenbeinküste - weltweit größer Exporteur von KakaoVon Roland Steixner (14.4.2011)
Dieses „international anerkannte“ Wahlergebnis ist unter höchst zweifelhaften Umständen zustande gekommen. Anstatt aber diesen Streit beizulegen und die gesamte Wahl zu annullieren und nach Entwaffnung beider Bürgerkriegsparteien noch einmal Wahlen unter internationaler Beobachtung zu veranstalten, legt sich die „Internationale Gemeinschaft“, allen voran Frankreich, darauf fest, dass Ouattara die Wahl gewonnen habe und künftiger Präsident sein müsse.
Die Gründe dafür liegen offen auf der Hand. Ouattara war für den IWF tätig und es darf erwartet werden, dass seine Politik den Interessen der Weltbank entgegenkommt. Zudem hat er blendende Beziehungen zu Sarkozy und wird demnach auch den Wirtschaftsinteressen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich entgegenkommen.
Massive Menschenrechtsverletzungen wurden und werden vor allem von den Anhängern Ouattaras begangen und die Tatsache, dass die westliche Welt diesen nun den Weg zur Macht freibombte, während die Anhänger Gbagbos nun praktisch schutzlos sind, lassen weitere Massaker befürchten. Denn wir dürfen uns sicher sein, dass dann niemand mehr hinsehen wird, weil ja jetzt der „rechtmäßige“ Präsident im Amt ist.
Das Signal für die Unterstützer Ouattaras ist einfach: Aus Unrecht wird Recht gemacht. Die westliche Welt unterstützt sie und ist gerne bereit auch mal wegzusehen, wenn sie Verbrechen begehen. Wenn sich die Anhänger Gbagbos bewaffnen, dann wird die westliche Welt weitere Militärschläge tätigen. Ouattara wird Präsident von Frankreichs Gnaden und mit Unterstützung der westlichen „Wertegemeinschaft“ sein. Was die Bewohner des Landes wollen, das weltweit größter Kakao-Exporteur ist und ebenfalls große Mengen Erdöl liefert, ist da für die westliche Welt egal. Im Kapitalismus zählen ohnehin nur die monetären Werte."