POSITIONEN & THEMEN

(15.9.2008)
Südamerikas Staatschefs starten Vermittlung Im Machtkampf in Bolivien hat die Armee den Befehl bekommen, den Gouverneur der oppositionellen Provinz Pando festzunehmen.
La Paz (Agenturen/ND). Boliviens Nachbarn wollen an diesem Montag bei einem Krisengipfel ihre Vermittlung in der sich zuspitzenden politischen Krise in dem lateinamerikanischen Land anbieten. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Union der Südamerikanischen Nationen (Unasur) findet in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile statt.
Dem erst im Mai gegründeten Staatenbund Unasur gehören Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Perú, Paraguay, Surinam, Uruguay und Venezuela an. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez und die meisten anderen Staatschefs kündigten ihre Teilnahme an. Ob Morales kommen würde, war zunächst unklar.
Chiles Vizeaußenminister Juan Pablo Lira äußerte sich am Samstag zugleich erleichtert über den Beginn eines Dialogs zwischen der Regierung des linksgerichteten bolivianischen Präsidenten Evo Morales und den von der Opposition dominierten Regionen. Die Fortsetzung dieser erst am Vortag begonnenen Gespräche stand jedoch gleich wieder infrage, weil die Regierung Morales die Festnahme des oppositionellen Präfekten der Unruheprovinz Pando, Leopoldo Fernández, anordnete. Der Politiker habe sich dem von Morales in der Urwaldregion verhängten Ausnahmezustand widersetzt, sagte der Minister im Präsidentenamt, Juan Ramón Quintana.
Außerdem trage Fernández die Schuld an einem Massaker an Indio-Bauern, die am Donnerstag auf dem Weg zu einer Demonstration von Gegnern des Präsidenten getötet worden waren. Innenminister Alfred Rada sagte, dabei seien mindestens 30 Kleinbauern getötet worden. Deswegen habe die Regierung die Verhaftung von Fernández angeordnet, der das Blutbad organisiert habe.
Quelle: nd-online