KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Satellitenbilder über US-Kriegsvorbereitungen im Internet

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Während Washington dem Sicherheitsrat eine neue UN-Resolution zum Irak abringt, kann zum Ärger des Pentagon jede/r mit Internetzugang den Aufmarsch der amerikanischen Streitkräfte im Golf mit eigenen Augen verfolgen. Von Rainer Rupp

Die Vereinigten Staaten werden Wege finden, das zu verhindern.” Mit diesen Worten reagierte letzte Woche US-Außenminister Powell auf die im UN-Sicherheitsrat vertretene Meinung, dass nach der bedingungslosen Zustimmung Iraks zur Wiederaufnahme der UN-Waffeninspektionen, die Waffeninspekteure im Rahmen der bereits existierenden UN-Resolutionen nach Bagdad geschickt werden sollen. Washington will das verhindern, weil es vom UN-Sicherheitsrat eine neue, “robuste” Resolution zur Kriegsermächtigung verlangt. Nur so könnten die Vereinten Nationen sich als “Kraft des Guten” beweisen wenn sie weiterhin von US-Präsident Bush als Autorität respektiert werden wollten.

Letzten Samstag hat Iraks Präsident Saddam Hussein jedoch erklärt, dass er die von den USA-geforderte, neue UN-Resolution nicht anerkennen würde. Zugleich deuteten seine Minister an, dass bestimmte “souveräne Orte”, wie z.B. die Paläste des Präsidenten, im Rahmen der existierenden Abkommen mit den Vereinten Nationen auch weiterhin vor plötzlichen Durchsuchungen geschützt sind. Mit dieser Klausel war die UNO dem Irak entgegen gekommen, um zu verhindern, dass UNO-Waffeninspekteure (auf amerikanisches Betreiben) z. B. mitten in einen Staatsbesuch hineinplatzen konnten. Bei Versuchen, die anderen UN-Sicherheitsratsmitglieder unter erheblichem Druck davon zu “überzeugen”, die von Washington geforderte Resolution nicht zu blockieren, ist es zu erheblichen Differenzen zwischen Washington und Moskau gekommen. Ungeachtet aller internationaler Bedenken und diplomatischer Aktivitäten in der UNO bereitet sich das Pentagon weiter auf den Krieg gegen den Irak vor, der angeblich im kühlen Monat Februar starten soll.

Zum Ärger des Pentagon kann jedoch jede/r mit Internetzugang den Aufmarsch der amerikanischen Streitkräfte im Golf mit eigenen Augen verfolgen. Die Internetadresse www.globalsecurity.org ist dazu der Schlüssel. Hier gibt es z. B. detaillierte Luftaufnahmen der riesigen US-Basis Al Udeid im Golf-Staat Qatar. Die von privaten Satelliten aufgenommenen und von Globalsecurity ins Netz gestellten Photos haben zwar nicht die Qualität militärischer Spionagesatelliten, aber die über sechs Monate aufgenommenen Bilder des militärischen Aufmarschs erlauben dennoch eine detaillierte Einschätzung der US-Aktivitäten nicht nur auf der Al-Udeid-Basis. Wegen des Widerstandes der saudiarabischen Regierung gegen einen Irak-Krieg haben die USA inzwischen ihr regionales Hauptquartier von der Prinz-Sultan-Basis in Saudi Arabien nach Al-Udeid auf Qatar verlegt. 800 US-Stabsoffiziere von Central-Command in Tampa Florida, das auch für den Afghanistanfeldzug verantwortlich ist, sind bereits unterwegs nach Qatar. Nach Aussagen des Pentagon angeblich nur zur Durchführung eines lange geplanten Manövers.

Die Souveränität der kleinen Golfstaates Qatar besteht offensichtlich nur noch auf dem Papier Ende August hatte der Außenminister Qatars, Sheik Hamad bin Jassim bin Jabor Al Thani, anlässlich seines Staatsbesuchs in Bagdad erklärt, dass seine Regierung sich gegen einen US-Angriff auf Irak ausgesprochen habe. Zugleich verwies er darauf, dass Washington bisher Qatar nicht um Erlaubnis zum Bau “irgendwelcher neuen militärischen Einrichtungen oder zur Nutzung der (in Qatar) bestehenden Militäreinrichtungen zum Angriff auf Irak gebeten” hätte. Um solche Kleinigkeiten kümmert sich aber Washington schon längst nicht mehr, wie auch im Fall Bahrain deutlich wird. Bahrain beheimatet die Fünfte US-Flotte und ist somit ebenfalls eine wichtige strategische Basis der USA. Allerdings hatte am Sonntag der dortige Ministerpräsident Khalifa bin Sulman al-Khalifa erklärt, die Rückkehr der UNO-Waffeninspekteure in den Irak habe “weiteren Drohungen gegen Irak jede Grundlage entzogen.” Da es aber auf amerikanischer Seite eine deutliche Absicht gäbe, “Irak niederzukämpfen und zu besetzen”, bedürfe es einer ebenso “deutlichen arabischen und muslimischen Antwort”, sagte Scheich Khalifa, denn ein Krieg gegen Irak schade “der ganzen Region”. Von solchen Sorgen souveräner Staaten nimmt die Weltmilitärregierung aber kaum noch Notiz.

Auch der ehem. saudiarabische Innenminister, Prinz Nayif ibn Abdulaziz, sieht im Irak nicht “die große und direkte Gefahr für die gesamte Region”, sondern in den Vereinigten Staaten. “Die Saudis sehen in Saddam keine militärische, sondern nur ein politische Bedrohung” zitierte die LA-Times kürzlich einen hochrangigen westlichen Diplomaten aus Riad. Ein amerikanischer Angriff gegen Irak würde nicht nur das internationale Bündnis zur Bekämpfung des Terrorismus beenden, “sondern auch zur Quelle für neuen Terrorismus werden.”

Das hat auch der jüngst in den Ruhestand versetzte ehem. Oberkommandierende der US-Streitkräfte im Mittleren Osten erkannt. Eindringlich warnte Ex-General Zinni am Wochenende vor der Verlegung des US-Central-Command von Tampa (Florida) nach Qatar, denn dort würden die US-Soldaten “nur zu Zielscheiben für all jene, die Amerikaner töten wollen”.

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